10.02.2021 – Die Plagge hat´s gut… Einzug in den Hansasaal des Kölner Rathauses

Für den „Normalsterblichen kölschen Jeck“ fallen die „Tollen Tage“ aus. Kein Weiberfastnacht… Kein Bellejeck-Zoch… Kein Straßenkarneval… Keine Pänz un Lück op dr´ Stroß, un keine Fründe an de Thek´.

„Wat´n Schiet“ – würde der Hamburger sagen, wenn er dann hier nach Köln gekommen wäre. Wie war das noch „Wäre, Wäre, Fahrradkette“ ?! Ja. Corona macht derzeit viel menschliches unmöglich.

Aber nur weil wir Jecken uns nicht sehen und gemeinsam feiern können, soll das ja nicht heißen, dass es keinen Karneval gibt. Schließlich gibt es auch in dieser Session ein neues Dreigestirn.

Wie singen unsere Brings aktuell? „Ganz leise Alaaf„! Und dieses „ganz leise Alaaf“ wurde heute corona-konform im alt-ehrwürdigen Kölner Rathaus etabliert. Ja, – etabliert! Und nicht ausgerufen (nur hier und da wirklich gaaaaanz leise, – vor der erst morgigen Sessionseröffnung).

Auf Idee von unserer Oberbürgermeisterin Henriette Reker und dem Festkomitee Kölner Karneval wurde angeboten, dass alle Plaggen der dem Festkomitee angehörenden Gesellschaften von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch den Festsaal des Kölner Rathauses schmücken könnten. Plaggen: so nenne wir Kölner die Standarten und Fahnen unserer Karnevalsgesellschaften. Und vereinfacht gesagt ist das Festkomitee der Dachverband aller Karnevalsgesellschaften. Eine echte Institution und übergreifender Repräsentant des Kölner Karnevals.

Ein buntes Bild entsteht da mit all den Plaggen!!! Warum das? Das diesjährige Motto ist der Schlüssel „Nur zesamme sin mer Fastelovend“!

Der Hansasaal aus dem 14 Jahrhundert ist definitiv – also unstrittig ! – älter, als das Festkomitee. Ein toller Saal im Gotischen Stil des alten Rathauses. Nun sind heute Abend alle Plaggen der Gesellschaften dort eingezogen. Sie bleiben dort bis Aschermittwoch und überlegen vielleicht, welche neue Gesellschaft aus der Corona-Zeit hinzu kommen könnte. (Teilen heißt auch immer Bereichern. Und so ist aus der „Mutter aller Gesellschaften“ – Karnevalsgesellschaft „Die Große von 1823“ – immer wieder was neues entstanden. Kinder, Enkel und Urenkel. So entstehen noch heute neue Gesellschaften, die sich dem Kölner Karneval und Brauchtum verschreiben. Es macht also jeder etwas anders, aber im eigentlichen Herzen sind alle vereint. Die Große Allgemeine KG ist eine „Tochter“ der „Großen“ aus einer Abspaltung im Jahr 1900. Also alles Familie… ) Wir schweifen ab…  zurück zum Thema!

Im Hansasaal werden die Gesellschaften nun symbolisch wieder vereint. Von den Roten Funken von 1823 (Nachfolge der Stadtsoldaten) bis zur Klutengarde von 1908 (der Gesellschaft der früheren Kohlen-Händler) und „Schlepp-Schlepp-Hurra von 2012“ (der Gruppe der Roadies und Bühnenarbeiter der Künstler). Alle machen mit! Alle sind da! Großartig! Da geht einem Kölschen Jeck in diesen Tagen das Herz auf. Damit wird das diesjährige Motto wirklich gut präsentiert:  „Nur zesamme sin mer Fastelovend“!

Insofern war es heute eine Ehre – aber auch eine Selbstverständlichkeit – dass auch unsere Plagge ins Rathaus zog. Hier unser Plaggenträger Lothar Oestreich im Foyer des Rathauses am Altermarkt vor der Übergabe unserer Plagge aus dem Jubiläumsjahr 2000 an die Rathausmitarbeiter.

Ob wir ein fertiges Bild der Zusammenstellung aller fast 80 Plaggen (!)  sehen? Warten wir es mal ab… (Und wir haben immerhin einen Beleg bekommen. Der ähnelt dem einer Losbude. Mal sehen, wie sich unsere Plagge über die Tage macht und was wir am Aschermittwoch gewinnen 🙂 )

Also: komm gut durch die Session und verfolgt die Seite weiter. Wir unterhalten Dich 🙂 Das versuchen wir zumindest.

Es grüßen

LoMa

Update Karnevalssonntag : hier ein Bild in den Hansasaal mit allen Standarten